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Die Stiftung fördert die unterschiedlichsten Projekte, die das Leben der Bewohner im Haus  der Diakonie erleichtern. Weiterhin werden auch notwendige Investitionen oder die Finanzierung von Neubauten unterstützt.

Der jährlich vergebene Lothar-Späth-Förderpreis wird von der Stiftung finanziert. Die Preisübergabe der ausgezeichneten Bilder an die Künstler mit geistiger Behinderung , die vorab von einer hochkarätigen Jury ausgewählt worden sind, findet jedes Jahr in Wehr statt und wird von Prof. Dr. h.c. Lothar Späth persönlich vorgenommen. Aus der gesamten Bundesrepublik und der angrenzenden Schweiz werden Bilder für diesen Wettbewerb eingesandt.

Ein weitere Arbeitsschwerpunkt ist die Organisation von Benefizkonzerten, die von der Schirmherren der Stiftung, Anne-Sophie Mutter, in Wehr von Zeit zu Zeit zugunsten der Stiftung und damit zugunsten der Menschen im Haus der Diakonie,  durchgeführt werden.

Nachfolgend einige Projektbeispiele der letzten Jahre.

 

 

Kunstaktionstage   .   Mal- und Kunstunterricht mit Jochen

Mühlenbrink
  .   Forum Beuggen   .   Begegnungstag   .   Orchester

Fußballmanschaft   .   Maler Hans Brosch zu Besuch

 

Kunstaktionstage ... nach oben


2016 unternahmen fünf Künstler aus dem Haus der Diakonie eine zweitägige „Urlaubsreise“ mit Pinsel und Farbe. Zum ersten Mal fanden die jährlichen Kunstaktionstage diesmal im Haus Fischerzunft, Bad Säckingen statt. In zwei Tagen entstanden mehr als 30 Bilder mit Motiven von den bunten Farben der Toskana bis hin zu den intensiven Blautönen des Meers. Der Kurs wurde von der Malerin Elena Romanzin aus Wehr geleitet.


                                              
Die Stiftung unterstützt jährlich eine große Anzahl von Projekten rund um das Haus der Diakonie Wehr-Öflingen, bei denen es immer um die Unterstützung und Förderung der geistig behinderten Bewohner oder die Förderung der Künstler mit geistiger Behinderung geht.
Natürlich werden auch Erweiterungen und Neubauten mitfinanziert.

(von links):
Heidrun Meyer, Alexander Föll, Christian Steiner, Helmut Hermann, Egon Nussbaumer und Elena Romanzin


© Julia Becker

Von gegenständlichen Motiven über flächige Pop-Art-Variationen bis hin zu abstrakten Farbflächen. Die Bandbreite der Künstler überrascht auch die erfahrende Malerin Elena Romanzin immer wieder. Als Vorlage hatte Romanzin Bilder der Toskana, vom Meer, von Blumen und Tieren mitgebracht. Mit viel Fantasie und Kreativität wurden die Motive von den fünf Künstlern ganz individuell umgesetzt. Nicht nur Acrylfarben und Tusche, auch Farbstifte und Filzliner kamen zum Einsatz. Von der erfahrenen Malerin gab es Unterstützung beim Anmischen der Farben und Auswahl der Malwerkzeuge.

Dass Kunst und Kreativität im Haus der Diakonie nicht nur anlässlich des renommierten Lothar-Späth-Preises groß geschrieben werden, zeigt sich auch am technischen Geschick der Teilnehmer. "Die Maler wissen genau, was sie wollen, welche Techniken und Farben sie nutzen möchten", so Elena Romanzin. Ganz wichtig war dabei der Spaß an der Kunst, sagt auch Christian Steiner. "Danke an Elena für den tollen Kurs, dieser Sommer ist wirklich Spitze", sagte der junge Öflinger, der sich über die gelungenen Aktionstage freute.

Ein zweiter Kunstaktionstag fand im Herbst mit einer Gruppe von acht Malerinnen und Malern aus dem Haus der Diakonie unter der Anleitung des Malers Wolfgang Neumann aus Waiblingen statt.


© Julia Becker

Beteiligt waren Heidrun Meyer, Alexandra Grüner, Alexander Föll, Helmut Hermann, Hartmut Ernst, Christian Steiner, Egon Nußbaumer und Tobias Schattmeier

Zur Inspiration und Vorlage hatte Egon Neumann Bücher über Impressionisten und das klassische Sujet Porträt mitgebracht, darunter Abbildungen der Selbstporträts von Vincent van Gogh. Davon ließen sich die Teilnehmer anregen, sich mit Gesichtern zu beschäftigen. Am zweiten Tag schlug Workshopleiter Neumann das Thema Stillleben vor. Er hatte Äpfel als "Modelle" mitgebracht, die zur Anschauung dienten und in verschiedenartiger Form gemalt wurden.

Wolfgang Neumann war mit Rat und Tat an der Seite der kreativen Bewohner des Hauses, teils arbeitete er gemeinsam mit den Künstlern an den Bildern. "Es ging mir darum, Impulse und Anregungen zu geben", erzählte er bei der Präsentation der Arbeiten. "Jeder Teilnehmer verfolgte seinen eigenen gestalterischen Impuls. Der eine braucht nur einen kleinen Anstoß, um mehrere Blätter am Stück zu machen, der andere sitzt sehr lange und konzentriert an einem Bild."

Es war die erste Zusammenarbeit des Künstlers mit den Bewohnern im Haus der Diakonie: "Ich findet es bemerkenswert und eindrucksvoll, denn es setzt Kräfte frei für alle Seiten". Das gemeinsame Malen im Atelier sei ein "Dokument der Lebensfreude und Kreativität". Für Neumann war es weniger ein Lehrer-Schüler-Verhältnis als vielmehr "wie eine Begegnung mit Künstlerkollegen" , bei der das gemeinsame Arbeiten mit der Gruppe im Vordergrund stand.

 

Die Kunstaktionstage 2015, es fanden insgesamt drei statt, wurden von der Bildhauerin Mechtild Ehmann aus Dachberg, dem Maler Jochen Mühlenbring aus Düsseldorf und dem Maler Axel Gercke aus Nürnberg gestaltet.

von links: Alexander Föll, Mechthild Ehmann, Helmut Hermann

 

Bildhauerin Mechthild Ehmann, die zum dritten Mal einen Workshop im Haus der Diakonie leitete, gab das Thema Fantasietiere vor. "Das ist ein Thema, das viele Möglichkeiten offen lässt und zu dem jedem etwas einfällt", meinte die Künstlerin. In einem früheren Worhshop hatte Ytong-Steine als Material verwendet.

Dieses Mal wurde das Material Ton verwendet, weil es hauptsächlich von Hand leicht und gut formbar ist und kaum Werkzeug braucht. Gerade dieses lustvolle Formen von Hand war es, zu dem Ehmann ihre "Schützlinge" animierte.Sie gab Tipps, ermutigte, lobte, ermunterte, eine massige Menge Ton in die Hand zu nehmen und daraus Reliefs oder plastische Tiergestalten zu modellieren. "Es wird hier im Atelier ja viel gemalt. Da wollte ich dazu anregen, einmal ins Plastische zu gehen". Fünf Kilo Ton wurde für jeden Teilnehmer bereitgestellt. Heidrun Meyer schuf einen Delphin mit Blume, Christa Lemke eine Schildkröte mit Blume, Christian Steiner eine Schlange, Gerd Numberger gleich einen ganzen Zoo mit Maus, Elefant und Ente und Alexandra Grüner zwei Hunde, einen Fressnapf und Knochen. Alexander Föll ließ sich von ägyptischer Kultur und Mythologie inspirieren, in der ja bekanntlich die Katzen eine mythische Rolle spielen, und gestaltete ein besonderes Werk: zwei Katzen, eine Pyramide und eine Säule.

 

Beim zweiten Kunstaktionstag, gestaltet vom Maler Jochen Mühlenbrink, gab der Künstler beim Workshop im Haus der Diakonie wertvolle Tipps.

Die Künstler (von links):
Alfred Schmöger, Christa Lembke, Helmut Siebold, Heidrun Meyer, Stefan Erlemeier, Helmut Hermann, Herbert Grieshaber, Thomas Richter, Jochen Mühlenbrink, Alexander Föll, Hannah Gräb und Karin Leber

© Sigrid Schneider

Die Einzigartigkeit im individuellen künstlerischen Ausdruck zu unterstützen und die Teilnehmer dazu zu motivieren, das zu entdecken was kein anderer kann, sehe ich hier als meine Aufgabe“, sagt Jochen Mühlenbrink. Der renommierte freischaffende Künstler arbeitete im Rahmen eines Kunstworkshops mit einer Gruppe von etwa 15 Menschen mit Behinderung im Haus der Diakonie in Öflingen. Er sei hineingewachsen in diese Form des Austausches zwischen Menschen ohne und mit Behinderung – und habe schon als kleiner Junge gewusst, dass er als freier Künstler leben wolle, sagt Jochen Mühlenbrink. Schon damals sei der Enkel von Paul Gräb in die Kunstwelt eingetaucht. Er habe Berühmtheiten wie Horst Antes in der Arbeit mit den Bewohnern der Öflinger Diakonie erlebt und in seinen Großeltern große Vorbilder gehabt.

Ganz unterschiedlich und individuell gestalten sich die Werke der Kunstschaffenden der Diakonie, die Techniken, zumeist Acryl auf Papier oder Holzbrett, mal auch Zeichnungen oder auch Tattoos. Minimal Art trifft auf Gegenständliches, poetisch im Ausdruck oder auch provokativ. Zwei Tage lang arbeiteten sie im Atelier und ließen ihrer Kreativität freien Lauf, holten sich Unterstützung von Kursleiter Mühlenbrink, der mit ihnen an Technik und Ausführung arbeitete, sie begleitete in ihrem Schaffen. Die Themen suchten sich die Künstler selbst aus. Entspannend sollte es vor allem für die Teilnehmer in diesen beiden Tagen im Atelier sein. „Das war es auch – ich bin entspannt gewesen und es hat mit Jochen großen Spaß gemacht, zu malen. Meine Bilder sprechen doch für sich“, sagt Heidrun Meyer in ihrem Resümee, stellvertretend für alle anderen.

 

Der dritte Kunstaktionstag wurde Maler Axel Gercke, der u.a. als Maler von Sportbildern bekannt wurde, gestaltet.

von links: Helmuth Siebold, Christa Lemke, Christian Steiner, Alexander Föll, Helmuth Hermann, Axel Gercke, Gerd Neuberger und Thomas Richter

© sandhya hasswani

Acht Bewohner konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Sie malten Max und Moritz, Schiffe oder Vulkane und zeigten sich begeistert. Beim Workshop im Atelier des Hauses wurde getupft, gepinselt, gerührt, und gekleckst. Allein beim Mischen der Acrylfarben half ab und an der eigens aus Nürnberg angereiste Künstler. Selbst griff er jedoch nicht zum Pinsel, sondern half mit Worten: immer wieder beugte er sich hier und da über die Schultern, hörte aufmerksam zu und bremste ab, sobald ein Bild fertig wurde. „Man muss auch aufhören können, wenn ein Bild voll erscheint. Dann geht's mit einem neuen Kunstwerk weiter“, sagt Gercke. Der 36-Jährige brachte einiges an Spontaneität, Aufmerksamkeit und Geduld mit. Das Arbeiten mit Menschen mit Behinderungen wurde für den Künstler zu einer Premiere, die ihm nachhaltig positiv aufgefallen ist, wie er verrät: „Ich male sonst eher nach Plan. Die Spontaneität der Künstler und ihre hervorsprudelnden Ideen haben mich sehr beeindruckt.“

Etliche verschiedene Motive füllten schließlich die Trocknerwagen: Thomas Richter, der für seine großflächigen Arrangements bekannt ist, gestaltete in puristischer Art ein Schiff auf dunkelblauem Grund, Gerd Neuberger brachte detailgetreu die beliebten Kinderfiguren Max und Moritz zu Papier und bei Alexander Föll sprühte Funkenregen aus imposanten Vulkanen. „Gestern und heute sind so schnell vergangen“, beschrieb Christian Steiner seine Gefühle und erhielt auf die Frage, ob es allen gefallen habe, ein lautstarkes „Ja!“ seiner Künstlergefährten.

 

Mal- und Kunstunterricht mit Jochen Mühlenbrink ... nach oben

 



 

Der Maler Jochen Mühlenbrink weilte eine Woche im Haus der Diakonie, um mit den  Künstlern mit geistiger Behinderung zu arbeiten. Das Ziel war, ihre Fertigkeiten zu erhöhen.
Am Ende der Woche wurden dann, bei Kaffee und Kuchen, alle erstellten Bilder in einer kleine Ausstellung gezeigt und besprochen sowie die Verbesserungen diskutiert. Ein einmaliges Erlebnis!

 

Forum Beuggen ... nach oben


Neben der künstlerischen Betreuung werden von der Stiftung viele weitere Aktivitäten gefördert.
Seit vielen Jahren wird jährlich trägerübergreifend (Lebenshilfe Lörrach, Varitas Wallbach, leben und wohnen gGmbh St. Josefshaus Herten, Werkssiedlung St. Christoph,Kandern, und dem Haus der Diakonie Wehr-Öflingen) das Forum Beuggen organisiert. Ziel ist es, dass sich Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen aus der Region zu einem festgelegten Tagungsthema treffen. In 2010 wird die Veranstaltung unter dem Thema: Integration / Inklusion / Irritation durchgeführt.
Verschiedene Workshops beschäftigen sich mit Praxisbeispielen, Ideenaustausch,
mögliche Ansätze für Betroffene, Einrichtungen und Politik und eventuellen  Zukunftsprojekten. Ein dynamischer Wechsel der Workshops ist für die Teilnehmer/innen möglich. Aus dem Haus der Diakonie in Wehr-Öflingen nahmen 5 Teilnehmer/innen mit zwei Mitarbeiterinnen zur persönlichen Assistenz teil.

 

Begegnungstag ... nach oben


Seit vielen Jahren wird trägerübergreifend (Lebenshilfe Lörrach, Varitas Wallbach, Leben und Wohnen gGmbh St. Josefhaus Herten, Werkssiedlung St. Christoph, Kandern und dem Haus der Diakonie Wehr-Öflingen), jeweils an einem anderen Ort, ein Begegnungstag organisiert. Ziel ist es, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung aus der Region treffen, Spaß haben und sich bei Tanz, Kochen, Theater, Kunst, Werken und Basteln, Musik, Klettern und Filmen kreativ betätigen.
Vom Haus der Diakonie Wehr-Öflingen nahmen 25 Bewohner teil, die von 5 Mitarbeiterinnen  begleitet wurden.

 

Orchester ... nach oben


Das Orchester (Arbeitsname "Himmelblau") hat sich als musikalische, künstlerische
Ausdrucksplattform aller Bewohner/innen des Hauses der Diakonie Wehr-Öflingen- Hottingen  bewährt.
Es bietet den Teilnehmern sowohl Raum zur individuellen als auch zur gemeinschaftlichen Entfaltung. Ausgehend vom spontanen Ton, Klang, Rhythmus sowie von der Bewegung entstehen Stücke, deren Ursprung und Komposition die Teilnehmenden selbst sind.
Auftritte bei einer Vernissage im Glashaus Lörrach, bei der Ausstellung der Bilder vom Lothar- Späth-Förderpreis, beim Basar in Öflingen, bei Weihnachtfeiern in der Werkstatt Wallbach sowie bei gemeinsamen Workshops mit dem Experimentalorchester Reutlingen bestätigen das begonnen Projekt.

In diesem Zusammenhang wurden auch durch die Stiftung notwendige Instrumente und ein Verstärker angeschafft.
In diesem Projekt sind 10 geistig behinderte Künstler aus dem Haus der Diakonie involviert, die wöchentlich proben. Das Projekt wird von zwei Mitarbeiterein begleitet.
Notwendige Instrumente werden von der Stiftung finanziert.

 

Fußballmanschaft ... nach oben


2013 wurde aus geistig behinderten Sportlern, aus dem Haus der Diakonie und behinderten Menschen aus der Werkstatt Wallbach, eine Fußballmannschaft gegründet. Diese beteiligt sich im Jahr an drei bis vier Turnieren. Es wird wöchentlich trainiert. Für die Sportler ist die Teilhanhme, die Erweiterung sozialer und kognitiver Kompetenzen, Pflege von Beziehungen und Freundschaft wichtig. Das trägt zur Förderung des Gemeinschaftslebens, der Integration und sinnvollen Freizeitgestaltung bei.

Vor ca. 20 Jahre nahmen die Fußballer der Kernstadt die Gruppe von Sportlern mit geistiger und körperlicher Behinderung in ihr Sportprogramm auf. Der FC Wehr richtete seit vielen Jahren sein traditionelles Neujahrsturnier aus. An drei Tagen rollte hier der Fußball in der Seebodenhalle. Seit 2013 wird in diesem Zusammenhang vom Haus der Diakonie ein Turnier für Menschen mit Handicap organisiert. Seither spielen diese am ersten Tag mit großer Begeisterung mit. Inzwischen sind es in der Regel mehr als ein halbes Dutzend Pflegeeinrichtungen, die mitwirken.

 

Maler Hans Brosch zu Besuch ... nach oben

 

Haus der Diakonie unter Leitung des
Berliner Malers Hans Brosch (Mitte)
© Roswitha Frey

 

WEHR-ÖFLINGEN. "Goldener Oktober" mit prächtigen Farben herrschte am Samstag im lichten Atelier des Hauses der Diakonie in Öflingen. Dort entstanden beim Kunstaktionstag mit dem Berliner Maler Hans Brosch eine Fülle farbig leuchtender Bilder. Ein zum Herbst passendes Motiv hatte es den Teilnehmern besonders angetan: das Thema Bäume und Apfelernte.

Alle Tische waren belegt und die künstlerisch aktiven Bewohner des Hauses saßen konzentriert und in sich versunken an ihren Bildern, malten mit Pinsel, Stift, Rollen, Schwämmen, Spachtel fantasievollen Motive. Auch vier Gäste von den Zollernalb-Werkstätten in Bisingen wirkten bei diesem Workshop mit. Mit dieser Einrichtung pflegt das Haus der Diakonie seit längerem einen freundschaftlichen Austausch. So war eine kleine Gruppe der Bisinger Behindertenwerkstätten für zwei Tage nach Öflingen gereist.

Hans Brosch ging von Tisch zu Tisch, ermunterte und lobte, gab da und dort kleine Anregungen, ließ den Kunstschaffenden aber weitgehend freie Hand. "Die ganze Gruppe hier malt sehr eigenständig und ist sehr geübt im Malen", zeigte sich Brosch beeindruckt, "es ist eher so, dass der Maler von diesen begabten Menschen hier noch etwas lernen kann". Es war das erste Mal, dass der Maler aus Berlin einen Kunstaktionstag mit behinderten Künstlern leitete, er war auch zum ersten Mal im Haus der Diakonie zu Gast. Eine Verbindung zu Kunstpfarrer Paul Gräb besteht allerdings schon seit den frühen 1980er Jahren, erzählte Brosch. Umso mehr hat ihn die Einladung zu diesem Kunstaktionstag gefreut. Das künstlerische Arbeiten mit den Teilnehmern sei für ihn eine enorme Bereicherung und Inspiration gewesen. Er wollte auch bewusst kein Thema vorgeben, sondern jedem offen lassen, was er gestalten will, so Brosch: "Jeder hat da seinen eigenen Stil".

Beim Blick aus den Atelierfenstern auf die herbstlichen Bäume kam ihm die Idee, das Motiv Bäume und Äpfel umzusetzen. Zusammen mit Helmut Hermann, einem der eifrigsten und produktivsten Künstler aus dem Haus, malte Brosch ein Gemeinschaftsbild: "Die Apfelernte", ein pastoses, farbkräftiges expressives Gemälde von einer Figur, die eine Leiter an einen Apfelbaum stellt. Helmut Hermann ließ sich davon inspirieren und schuf zahlreiche weitere Variationen und Kollagen über das Sujet Apfelbaum. Ideenreich griff er sogar zu einem Kamm und einer Bürste, um effektvolle Linien und Strukturen ins Bild zu bringen.


Drei Künstler aus Öflingen fahren zum Gegenbesuch nach Bissingen

Auch Miriam Küspert malte prächtige Bilder mit Baum- und Blätterformen. Zu den Fleißigsten gehörte Thomas Richter, der konzentriert Bild um Bild in seinen bevorzugten klaren Formen, Linien und kräftigen Farben schuf. Viel Bewunderung löste auch das ausdrucksvolle Tier- und Landschaftsbild von Lothar-Späth-Preisträgerin Alexandra Grüner aus, ebenso die meditativen Arbeiten von Helmut Siebold, der in feinen Linien und Punkten Städte- und Häuserbilder malte. Tobias Loop, einer der Teilnehmer aus den Zollernalb-Werkstätten, entwarf mit großer Begeisterung Bilder von Meer, Fischen, Himmel und Piratenschiffen.

Bei der Präsentation der Bilder im Saal des Hauses waren auch Kunstpfarrer Paul Gräb und die neue Vorsitzende des Vereins Kunst und Diakonie, Ingeborg Wiemann-Stöhr, begeistert von der Vielfalt, Farb- und Ausdruckskraft. Wiemann-Stöhr hatte am Vorabend bei einem Künstlerfest Hans Brosch als einen Maler gewürdigt, der stets seinen Weg gegangen und sich selbst treu geblieben ist. Sehr positiv äußerte sich Carlos Rietz von der "Kunstakademie" der Zollernalb-Werkstätten über die anregende Atmosphäre im Atelier: "Es ist spannend, wenn sich die Teilnehmer kennenlernen und gucken und vergleichen können, was die anderen machen". Am Montag fährt Ulla Krug mit drei Künstlern aus dem Haus der Diakonie zum Gegenbesuch nach Bisingen.

aus der Badischen Zeitung vom 18.10.2010